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Gamesmarkt

>> Deutscher Markt für Games-Software hinkt dem weltweiten Wachstum hinterher:

Im europäischen Ländervergleich der Umsätze mit Games-Software (für Konsole, PC und Handheld) steht Deutschland nach Großbritannien und Frankreich auf Platz drei. Eine aktuelle Studie der Medienforschungsinstitute Goldmedia und Screen Digest, die heute in London vorgestellt wurde, prognostiziert, dass die Umsatzzahlen in Deutschland in den nächsten zwei Jahre rückläufig sein werden. Erst im Jahre 2007 wird das Umsatzvolumen von 2003 wieder erreicht.

Die Umsatzentwicklung der Games-Industrie in Deutschland ist zwar immer noch positiver als in anderen Freizeitmärkten, dennoch verläuft sie gegen den europäischen Gesamttrend und ist im Software-Bereich seit 2001 rückläufig. Noch 2000 wurden in Deutschland mit Spielen 1,211 Mrd. Euro umgesetzt, bis zum Jahr 2003 gingen die Umsätze auf 1,067 Mrd. Euro zurück.

Deutschland tut sich vergleichsweise schwer, den Games-Markt als gleichwertig unter den Freizeitmärkten zu akzeptieren. Hier sind Computer- und Videospiele noch nicht wirklich salonfähig geworden.

Trotzdem ist Deutschland in einem Spielesegment führend in Europa: beim Verkauf von PC-Spielen. Knapp die Hälfte des gesamten Umsatzes mit Games-Software wird in Deutschland über Games für den PC generiert. Piraterie und Preisstürze haben aber gerade hier zu erheblichen Umsatzeinbrüchen geführt und damit den Negativtrend unterstützt. Hinzu kommt, dass die Konsumenten ihre immer weniger prall gefüllten Geldbeutel lieber für Hardware öffnen als für Software.

Noch in einem anderen Bereich unterscheidet sich der deutsche Markt: Knapp 25 Prozent des PC-Spieleumsatzes wird mit Edutainment (Lernspiele) erzielt. In anderen Ländern liegt dieser Anteil deutlich niedriger.

>> USA führen den Weltmarkt an:

Den weltweiten Umsatz mit Games-Software beziffern Goldmedia und Screen Digest im Jahre 2003 auf 18,2 Mrd. US-Dollar, was einer Steigerung von 10,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Für 2007 werden Umsätze von 21,1 Mrd. US-Dollar prognostiziert.

Im weltweiten Ranking der Games-Märkte sind die USA führend, gefolgt von Japan und Großbritannien. Westeuropa hat im Vergleich zum US-Markt 1,2 Mrd. US-Dollar weniger umgesetzt, aber immerhin 3,7 Mrd. US-Dollar mehr als der japanische Markt. Im Zuge der EU-Erweiterung wird Europa künftig kräftig zulegen, da mit den zehn neuen Mitgliedsstaaten lukrative Märkte hinzukommen.

Großbritannien erzielte in 2003 mit 1,677 Mrd. Euro die mit Abstand höchsten Umsatzzahlen, gefolgt von Frankreich mit 1,098 Mrd. Euro. Weniger als die Hälfte der Umsätze des deutschen Marktes (1,067 Mrd. Euro) erzielten Spanien/Portugal (zusammen 435 Mio. Euro) und die Nordischen Länder (418 Mio. Euro).

>> Mobile Gaming bietet großes Umsatzpotenzial für Mobilfunkanbieter und Spielhersteller:

Spiele für mobile Endgeräte können den schleppenden Umsatz der Mobilfunkbranche mit Datenservices signifikant erhöhen. Zugleich bietet das Mobile Gaming den Spielentwicklern die Chance, zurückgehende Einnahmen mit PC-Spielen auszugleichen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Markteinschätzung der Management- und Technologieberatung Detecon International, die man heute in Bonn der Öffentlichkeit vorstellte.

Neben den spezialisierten Entwicklern von Spielen für mobile Endgeräte haben sich schon die meisten der großen Spielentwickler für PC & Konsolen mit eigenen Abteilungen oder Tochterunternehmen auf den Markt für Mobile Gaming vorbereitet. Ein notwendiger Schritt: Verzeichnet doch die Spielindustrie in Deutschland seit 2000 mehr als zwölf Prozent Umsatzrückgang. Doch noch gibt es einige Hürden, die die Akzeptanz und den Erfolg der mobilen Spielwelt schmälern. Dazu gehören technische Barrieren wie die geringe Bildschirmgröße, die mangelhafte Qualität der Grafik oder die schwache Rechenleistung der Endgeräte. Für deren Displays erwartet Detecon in den nächsten 18 Monaten 3D-Technologie, was die Qualität der Darstellung steigern wird.

Zu den nicht-technischen Problemen zählt unter anderem die ungleiche Aufteilung der Umsätze zwischen den verschiedenen Marktteilnehmern der Wertschöpfungskette. So fließt neben den Verbindungskosten ein Teil der Zahlungen für die Spieledownloads an die Netzbetreiber. Die Hersteller von mobilen Spielen gehen nun dazu über, eigene Portale zu betreiben, da sie damit ihre Spiele zusätzlich schneller in den Markt bringen können. Obwohl die Qualität der Spiele im Jahr 2003 insbesondere durch Adaptionen von Blockbuster-Titeln aus dem PC und Konsolen-Bereich spürbar gestiegen ist, bleibt bei einer Vielzahl der angebotenen Spiele noch Optimierungsbedarf. Da potenzielle Kunden meist nur einen Versuch mit Mobile Gaming starten, ist es schwer, diese nach einer enttäuschenden Erfahrung wieder für neue Angebote zurückzugewinnen.

>> Multiplayer Games machen nur geringen Teil des Umsatzes aus:

Im vergangenen Jahr setzten die Anbieter noch rund 800 Millionen Euro mit den Spielen für mobile Endgeräte wie Handy oder PDA um. Doch der Umsatz mit Mobile Gaming soll in Europa bis 2006 auf sechs Milliarden Euro steigen - obwohl die Zahl der Adressaten für das mobile Spielvergnügen wie in kaum einem anderen Segment begrenzt ist: Wer das Twen-Alter überschritten hat, verliert laut Marktforschern massiv das Interesse an Handyspielen.

"Viele Marktstudien im Mobilfunkmarkt haben in der Vergangenheit zu viel versprochen", sagt Hans Sidow, Seniorberater und Mobilfunkexperte bei Detecon. "Dem Markt für mobile Spiele haben aber im vergangenen Jahr eine Reihe von neuen Spielen sowie unterstützende Marketing-Kampagnen einen kräftigen Vorschub gebracht." So verzeichnet allein das Spiel "Anno 1503" von Elkware rund 150.000 Downloads pro Monat. "Ich bin mir daher sicher, dass Mobile Gaming eine sehr attraktive Einnahmequelle für die beteiligten Parteien darstellt und einen wichtigen Beitrag zur Adaption von kostenpflichtigen Datendiensten im Mobilfunk liefern wird." Dazu müssten die Anbieter gegenüber den Kunden auch eine bessere Preistransparenz schaffen, meint Sidow. Hier empfiehlt der Experte den Mobilfunkbetreibern intelligente Produktbündel, mit denen sie gleichzeitig andere mobile Inhalte und Dienste vermarkten könnten.

Die Spielfreude der Mobilfunkkunden könnte sich also mittelfristig als einträgliche Umsatzquelle für Mobilfunkbetreiber, Portalanbieter und Spielentwickler etablieren. Den Löwenanteil der Umsätze versprechen dabei mit rund 75 Prozent Spiele zum Download. Dagegen machen Spiele, bei denen Kunden mobil und online über das Netz spielen (so genannte Multiplayer Games), nur einen geringen Teil des Umsatzes aus.